Es gibt neue Anzeichen dafür, dass ein 2008 gestartetes Projekt der US-Geheimdienste zur Jagd nach Terroristen in MMORPGs nach wie vor betrieben wird.
Hintergründe
Bereits 2008 hat Dr. Dwight Toavs von der National Defense University in Washington viele Gamer mit der These zum Schmunzeln gebracht, dass Terroristen Spiele wie World of Warcraft nutzen könnten um Terroranschläge zu planen. Konkret sollte damals in dieser fiktiven Chatnachricht die Planung eines Angriffs auf das Weiße Haus stecken:
WAR_MONGER> Come in South East of The Zoram Strand. Clear out all the mobs. Then we attack the Keep itself and use the Spell. The Oracle says there are 110 Gold and 235 Silver inside.
Damals ist in den USA das Reynard Project gestartet worden. Ziel war es auffälliges Verhalten von Spieler zu erkennen und Zusammenhänge zwischen dem Verhalten von Personen in Online-Spielen und der Realität herzustellen. Hintergrund ist die These, dass die Avatare, die wir in einem MMORPG spielen, viel über unsere Persönlichkeit aussagen. Seit dem hat man nicht mehr viel von dem Projekt gehört.
Romanautor als wissenschaftliche Quelle
Seit der niederländische Autor Emile van Veen seine These veröffentlicht hat, dass Terroristen Onlinespiele nutzen um den Austausch von Informationen vor CIA und NSA zu verstecken, scheint das Interesse an Reynard wieder gestiegen zu sein.
Dabei wird leider vollkommen außer Acht gelassen, dass van Veen mit diesen Thesen lediglich Werbung für sein Buch MMORPG (einen fiktiven Thriller) macht! Aktuelle Informationen deuten darauf hin, dass das Reynard Project noch bist mindestens 2012 finanziert wird. Es ist also mit weiteren abstrusen Theorien über Terroristen und Computerspiele zu rechnen.
Nicht nur die USA
Neben den USA will sich auch Kanada auf die Beobachtung von MMORPGs konzentrieren. Dort wurde 2010 im Botnet Analysis Report vermutet, dass Player-to-Player (Voice)Chats für den Austausch zwischen Terrorzellen genutzt werden. Außerdem wird (auf kaum nachvollziehbare) Art und Weise ein Zusammenhang zwischen Clans und Gilden in MMORPGs und Zellen in Terrornetzwerken gesehen. Ferner sollen Terroristen angeblich aktuelle Computerspiele derart modifizieren, dass man immer gegen die bösen westlichen Staaten kämpft. Damit sollen potentielle Rekruten schon mal auf das Feindbild eingestellt werden.
Goldfarmer
Zusätzlich zu Kommunikation sollen mittlerweile auch Geldflüsse von Terroristen über MMORPGs geleitet werden. Dabei kauft ein Spieler Terrorist WoW-Gold bei einem chinesischen Anbieter und zahlt von einem Konto in Afghanistan aus. Dann verkauft er das virtuelle Gold wieder und lässt sich das Geld auf ein Konto in den USA auszahlen





