In Unterwäsche gegen Bodyscanner protestieren

Published on Dezember 1, 2010 by nX in Allgemein

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4th Amendment Unterwäsche

Nicht nur in Deutschland gibt es Widerstand gegen den Plan alle Passagiere an Flughäfen mit einem Bodyscanner virtuell auszuziehen. Zwei Amerikaner haben sich für ihre Mitbürger eine ganz besondere Form des stillen Protests überlegt.

4th Amendment

Die neuartigen Kleidungsstücke ziert ein Hinweis auf den 4. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten (4th Amendment). Der Clou: Das ganze wird auf die Unterwäsche gedruckt und ist erst im Röntgenbild des Körperscanners sichtbar. Insbesondere geht es dabei um diese Stelle des Artikels:

Das Recht des Volkes auf Sicherheit […] vor willkürlicher Durchsuchung

Wer diese Kleidung trägt kann auf seine Rechte hinweisen ohne ein Wort sagen zu müssen.

Auf diesem Röntgenbild sieht man den Aufdruck dieser Unterhose.

Auf diesem Röntgenbild sieht man den Aufdruck dieser Unterhose.

Wie funktioniert das?

Der Text wird mit einer metallhaltigen Tinte auf die Kleidung gedruckt und ist deshalb auch in den Röntgenaufnahmen des Nacktscanners sichtbar.

Hier ist der Text auf dem T-Shirt deutlich lesbar.

Hier ist der Text auf dem T-Shirt deutlich lesbar.

Warum?

Natürlich schützt diese Form der Bekleidung nicht vor dem Auszieheffekt der Ganzkörperscanner aber wenn das Flughafenpersonal diesen Text nur oft genug liest werden sie sich vielleicht Gedanken über ihre Arbeit machen.

Natürlich gibt es auch eine Version für Frauen.

Natürlich gibt es auch eine Version für Frauen.

Was ist mit Abtastungen?

Alternativ zum Körperscanner werden viele Passagiere auch abgetastet und müssen dafür unter Umständen auch einige Kleidungsstücke ausziehen. Doch auch hier greift die spezielle Kleidung: Die Schrift ist nämlich für das menschliche Auge ganz normal sichtbar.

Abtastungen wie diese sind an US Flughäfen nicht unüblich.

Abtastungen wie diese sind an US Flughäfen nicht unüblich.

Wo bekommt man die Kleidung?

Aktuell nur über die amerikanische Website 4thAmendmentWear. Allerdings sind deren Bestände der meisten Kleidungsstücke bereits ausverkauft und man kann sie nur vormerken. Außerdem wird (noch) nicht nach Deutschland geliefert.

Wer steckt dahinter?

Tim Geoghegan und Matthew Ryan hatten die Idee als sie für einen Körperscanner ihre Schuhe ausziehen mussten. Ich selbst musste bei meinem USA Urlaub 2006 auch die Schuhe ausziehen und weiß, wie nervig das ist. Als Tim und Matthew auf die Oberseite ihrer Socken schauten dachten sie sich, dass dies der perfekte Ort wäre um dezent darauf hinzuweisen was sie von dieser Prozedur halten. Denn was sie vermeiden wollten war, den TSA Mitarbeitern, die nur ihre Arbeit erledigen, auf die Nerven zu gehen.

Selbst sagen die beiden zu ihrer Aktion:

Es muss bessere Wege geben für unsere Sicherheit zu sorgen ohne unsere Freiheit zu verletzen. Dieses Projekt soll die richtigen Leute dazu bringen, solche Wege zu erforschen.

Bilder

Hier einige weitere Bilder:


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