Geschlechterwahl bei Spielfiguren

Published on September 30, 2008 by nX in Online Spiele

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Videospiele sind wie Filme oder Bücher: Sie können uns unterhalten, ablenken, faszinieren oder langweilen. Spiele sind aber auch ganz anders, denn sie machen uns zu einem Teil der Spielwelt und versetzen uns direkt in die Story.

Eine Amazone mit einem Bogen aus Diablo 3.Wenn man sich die Reaktion der Diablo 3 Fangemeinde auf Blizzards Ankündigung der freien Geschlechterwahl für alle Charaktere anschaut, muss dieses Feature wohl sehr wichtig sein. Das dachte sich auch roject_Xii von der englischen D3 Website HellForge und hat die typischen Charakteristiken verschiedener Spielertypen niedergeschrieben. Angeregt durch seinen Artikel habe ich mir auch einige Gedanken gemacht. Herausgekommen ist dies:

Der Rollenspieler

Der Rollenspieler steht seinem Charakter viel näher als irgendein anderer Spielertyp. Sie können im Real Life die größten Looser sein aber virtuell drehen sie voll auf und schlüpfen in die Rolle unbesiegter Krieger oder mächtiger Zauberer. Für die Rollenspieler ist das Spiel die direkte Verbindung zu ihrer Fantasiewelt. Große Errungenschaft innerhalb des Spiels sind für sie genauso wichtig wie Ereignisse der echten Welt.

Meist bleiben sie ihrem Geschlecht treu, denn dies vereinfacht die Projekten des eigenen Ichs auf das virtuelle. Dieses Verhalten wird besonders deutlich sobald sie über ihre Spielerlebnisse reden

Ich bin dort und dort hin gelaufen und dann habe ich das und das getan.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Speziell die Rollenspieler zwischen 13 und 18 Jahren schlüpfen auch gerne mal in die Rolle des anderen Geschlechts.

Der Notgeile

Ein sexy Mädchen im Bikini am Strand.Sei ehrlich, was gefällt dir besser? Stundenlang auf die entblößte Brust und den beharrten Rücken deines Barbaren blicken zu müssen oder dich an einer femininen Amazone ergötzen zu dürfen? Zumindest für den heterosexuellen männlichen Leser dürfte die Antwort klar sein. Die Notgeilen spielen ein Spiel nicht nur um einen sexy KörperLara Croft in Aktion zu sehen und auch das sanfte Stöhnen bei jedem Angriff der Spielfigur ist nur ein nebensächliches Kaufargument – zumindest behaupten sie das – aber diese Punkte haben für sie einen wichtigen Einfluss auf den Spielspaß. Und überhaupt, wozu wurden die flüssigkeitsabweisenden Tastaturen wohl erfunden?

Falls du alle WWE Smackdown Titel von EA, in denen sich die geölten Körper halbnackte Männer aneinander reiben, im Schrank haben solltest sei entspannt: Du gehörst nicht in diese Gruppe und solltest jetzt lieber deinem Freund eine Schultermassage mit Klangschalen verpassen.

Der Beschützer

Ein Paladin mit Waffe und Schild aus WoW.Die Beschützer sehen sich in der Rolle des “großen Bruders”. Sie spielen nicht vor sich hin, sondern wollen andere anleiten, unterstützen und beschützen. Sich um andere zu kümmern gibt ihnen ein gutes Gefühl. Die anderen, das kann der eigenen Charakter sein oder ein andere Spieler.

Ist der Charakter weiblich, ist er das Ziel ihrer umsorgenden Bemühungen. Die Dame wächst und wird stärker, wie ein Kind oder Haustier. Der Beschützer versucht sie vor Schaden zu bewahren und in einem Stück von A nach B gelangen zu lassen.

Wird ein männlicher Charakter gewählt, so nimmt dieser die Rolle des Beschützers ein. Er läuft wie ein Samariter durch die Spielwelt und hilft anderen Spielern bei einer komplizierten Quest oder einem aussichtslosen Kampf. Er ist ein angenehmer Zeitgenosse; solange man seinen Charakter nicht beleidigt oder angreift. Denn dann ist Ende im Gelände, aus die Maus und Schluss im Bus!

Das Arschloch

Eine Kampfszene aus Prince of PersiaDie Arschlöcher sind das Gegenteil der Beschützer. Ihr größter Spaß besteht darin andere Spieler zu ärgern und am Weiterkommen zu hindern. Für ein Arschloch ist bei der Charakterwahl nur eine Eigenschaft wichtig: Wie kann ich andere Spieler am besten abmetzeln?

Mit einem weiblichen Chrakter will das Arschloch die anderen Spieler demütigen. Nach deren Tod verhöhnt er sie und reibt ihnen unter die Nase, dass sie von einem Mädchen besiegt wurden.

Trifft man auf eine männliche Inkarnation des Arschlochs hat man es mit einem Uber-Chrakter zu tun. Falls er noch nicht die bestmögliche Ausrüstung trägt und die fiesesten Kampftechnikern erlernt hat, sei dir gewiss gewiss: Er ist auf dem besten Wege dorthin – zumindest wenn es nach seinem Spieler geht.

Der Achselzucker

Dem Achselzucker ist das Geschlecht seiner Spielfigur egal. Er ist ein Casual Gamer und will von den 120 Minuten die er dem Spiel gönnt 119 mit zocken verbringen und nur eine mit dem Wegklicken nerviger Trailer, die nur für die Story wichtig sind. In diesen 60 Sekunden ist auch das mehrfache Klicken auf „ja“, „Standard“ und „weiter“ beim Zusammenstellen seines Charakters mit einbegriffen.

Der Rest

Natürlich wurden noch nicht alle Spielertypen genannt aber diese fünf Stereotype und diverse Variationen von ihnen dürften einen großen Teil der Spieler abdecken. Andere mögliche Gründe für die Geschlechterwahl sind zum Beispiel, dass eines der Geschlechter eine nervige Stimme hat oder einfach nur lächerlich aussieht.

Anmerkung

Dieser Text richtet sich an männliche Leser und behandelt männliche Spieler. Für Frauen müssten viele der Beispiele umgedreht werden.

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Ein Kommentar zu “Geschlechterwahl bei Spielfiguren”

  1. Spade sagt:

    Ist es nicht ein bisschen überflüssig, Stereotypen auch noch eine Plattform zu geben und das auch noch mit einem Zweitklassigen Artikel á la Bild-Zeitung. Vom schreibstil her nehme ich an, der Autor hatte enorme Langeweile und ist so zwischen 12 und 12 1/2 Jahren alt.

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